Was heißt „Social Media“ eigentlich? Was will der Begriff Dir sagen?

Kurz gesagt: es handelt sich um unterschiedliche Plattformen im Internet (wie z.B. Facebook, also Websites oder Apps auf Smartphones), in denen die Nutzer sich in irgendeiner Form austauschen können. Manchmal werden sie auch als virtuelle Gemeinschaften bezeichnet. Du meldest Dich selbst dort an, und Du entscheidest, was Du dort tust (oder auch nicht).

Ein anderer Begriff ist „Soziale Netzwerke“. Das „Sozial“ ist in beiden Begriffen drin. Allerdings legt „Media“ den Schwerpunkt eher auf das Veröffentlichen, „Netzwerke“ hingegen betont den Austausch und die Verbindung untereinander.

Beides ist wichtig und richtig. Mit dem Aufkommen von Social Media entstand die Option für jedes Mitglied eines Netzwerkes, selbst Inhalte jeglicher Art zu veröffentlichen und zu verbreiten. Gleichzeitig bekam das gute alte Netzwerk eine ganz neue Bedeutung. Dank Social Media (und dem Internet) gilt der gute alte Spruch „Jeder kennt jeden – maximal 7 Berührungspunkte“ so nicht mehr. Zumindest für Facebook-Nutzer sind es nur noch 3 oder 4. Spannend, oder?

Was tut „man“ so ganz grundsätzlich auf Social Media?

In sozialen Netzwerken gibt es verschiedene Aktivitäts-Möglichkeiten:

  • selbst Inhalte erstellen (damit ist keine Dissertation gemeint – ein Satz, ein Bild, ein Emoji reicht bereits). Fürs Erste nennen wir das mal: „Smalltalk“
  • Inhalte anderer Teilnehmer weiterverteilen
  • auf Inhalte anderer mit eigenen Worten reagieren (= kommentieren)
  • auf Inhalte anderer reagieren (Däumchen / Herzchen, aber auch negative Emojis)
  • „nur“ konsumieren (und das ist mindestens am Anfang total ok!)

Unter Austausch fallen hier „Meinungsäußerungen“, Empfehlungen / Erfahrungen weitergeben, Fragen + Antworten.

Entscheidend ist, dass die Nutzer (also Du und ich) sich aus eigenem Interesse im Medium anmelden und dort Äußerungen anderer Nutzerinnen konsumieren. Idealerweise führt das dann zu einem Austausch unter den Nutzern. Wir kommen also miteinander in (flüchtigen) Kontakt, vielleicht sogar ins (intensivere) Gespräch.

 

Auf Social Media kann jeder Redakteurin sein

Das „Neue“ daran: klassische Medien (Fernsehen, Zeitung etc.) hatten / haben Redaktionen. Die entscheiden, was veröffentlicht wird und was wir dann lesen oder anschauen / hören können. Wir konnten zwar einen Leserbrief schreiben oder im Sender anrufen … aber das wars dann schon. Die Redaktion entschied – wir konsumierten.

In Social Media hingegen hat grundsätzlich jeder ein bisle was von einer Redakteurin. Wir können alle Inhalte veröffentlichen. Und wir können auf die Inhalte der anderen Nutzer reagieren. Auf Facebook z.B. kannst Du Dich jederzeit selbst äußern und mit den anderen Nutzerinnen diskutieren. Über das, was Du gepostet hast und über das, was andere posten

Grundsätzlich gilt dieses Prinzip für alle sozialen Medien. Wichtig an diesem zusammengesetzten Begriff ist das „social“ / „sozial“. Damit ist ein mehr oder weniger hierarchiefreier Austausch gemeint. Ich spreche in diesem Zusammenhang gerne vom Austausch auf Augenhöhe. Das heißt NICHT, dass wir unser Expertenwissen verleugnen müssen oder sollen! Wir stellen es „nur“ nicht ständig in den Vordergrund.

Ein (erfundenes) Beispiel aus dem Offline-Leben

Stell Dir folgende Situation vor: Du gehst mit Deinem Hund spazieren. Du triffst Deine Nachbarin, die ebenfalls zum Gassi mit ihrem Dackel aufbricht. Ihr seid euch sympathisch und ihr unterhaltet euch. Du bist promovierte Physikerin, sie ist Professorin für Kunstgeschichte. Ihr seid beide Top-Expertinnen auf euren Fachgebieten. Das ist beim gemeinsamen Gassi-Gehen aber völlig egal – ihr lacht zusammen über die herumtobenden Hunde, sie hilft Dir mit einem Taschentuch aus, und ihr rätselt, was wohl mit dem leerstehenden Haus in der Straße passieren wird?

Ihr plaudert auf Augenhöhe miteinander – ganz einfach. Irgendwann in der Zukunft bekommst Du mit, dass Dein Kollege ein bestimmtes Kunstwerk kaufen möchte. Er ist sich nicht ganz sicher … wer wird Dir natürlich einfallen? Genau – Deine Nachbarin mit dem Dackel. Denn natürlich weißt Du, was sie beruflich macht, natürlich ist das auch mal Gesprächsthema. ABER: es ist nicht der „Kitt“, der eure lose Freundschaft zusammenhält. Das ist der Smalltalk, den ihr beim Gassi gehen ganz selbstverständlich pflegt.

Die Sache mit den „Freunden“

In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff „Freunde“ wichtig, über den viele stolpern. Wenn Du auf Facebook mit einem anderen Menschen in Kontakt treten möchtest, passiert das über sogenannte Freundschaftsanfragen. Wird die akzeptiert, seid ihr dann „befreundet“. Obwohl ihr euch vielleicht noch nie gesehen habt … und euch vielleicht nie im Leben persönlich treffen werdet.

Frauke Schramm Social Media Mutmacherin Freunde auf Facebook

Eine „Facebook-Freundschaft“ ist nicht das, was wir im deutschsprachigen Raum üblicherweise unter Freundschaft verstehen. Es handelt sich eher um einen Kontakt, eine lose / flüchtige Bekanntschaft. Oder auch um ein gegenseitiges Einverständnis, dass man gegenseitig gerne mitbekommen möchte, was die andere so tut und postet.

Gerade Facebook-Neulinge irritiert diese Form der Verbindung öfter mal. „Warum soll ich mit xy befreundet sein? Ich kenn die doch gar nicht!“ – so oder so ähnlich lauten dann die Reaktionen.

Wie so häufig im Leben gibt es hier kein allgemeingültiges „richtig und falsch“. Wenn Du Facebook nur als Privatperson nutzen willst, wirst Du mit Freundschaftsanfragen anders umgehen als ich, die ich auch als Unternehmerin auf Facebook aktiv bin. Für mich ist Facebook ein Netzwerk, in dem ich jede Menge interessante Menschen kennenlernen kann. Aus vielen, die mal als mehr oder weniger anonyme Freundschaftsanfrage bei mir landeten, sind mittlerweile Freund/innen geworden. Oder Kund/innen … 

Deswegen werde ich Dir wahrscheinlich raten, mit der Annahme von Freundschaftsanfragen großzügiger umzugehen – spätestens, wenn Du Facebook auch beruflich nutzen willst. Ich habe mich früher immer über den Spruch „Kontakte schaden nur dem, der keine hat“ geärgert, weil der auf XING gerne als Begründung noch für die dämlichste Kontaktanbahnung genutzt wurde. Allerdings steckt da ein Körnchen Wahrheit drinnen.

Als Faustregeln, mit denen ich ganz gut fahre, ziehe ich folgende Kriterien heran:

  • Sieht es nach einem „echten“ Profil aus? (Tip: verwitwete Generäle der US-Army, geschiedene Chirurgen bei den Vereinten Nationen oder leichtbekleidete Damen mit äußerst fantasievollen Namen sind NICHT echt – die darfst Du direkt ablehnen!).
  • Interessiert mich der Mensch? Ist er / sie mir sympathisch?
  • Gibt es bereits gemeinsame Kontakte? (je mehr es davon gibt, um so höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich die Kontaktanfrage annehme).
  • Und natürlich: kenn ich diesen Menschen vielleicht sogar direkt?

 

Was hast Du davon, wenn Du Freundschaftsanfragen annimmst von Menschen, die Du kaum oder gar nicht kennst?

  • Du lernst neue Menschen kennen.
  • Dein Netzwerk erweitert sich (die Sache mit den Kontakten …).
  • DICH lernen weitere Menschen kennen
  • Du erweiterst Deinen Blickwinkel (andere Menschen – andere Sichtweisen).

Das „Social“ in Social Media

Von mir und vielen meiner wunderbaren Kolleginnen und Kollegen wirst Du immer wieder hören „Es heißt Social Media – vergiß das SOCIAL nicht !!“ Was meinen wir damit?

Social Media lebt vom Austausch auf Augenhöhe. Smalltalk ist der Kitt, der aus flüchtigen Kontakten mehr werden lassen kann. Das ist auch der Grund, warum viele Anfänger/innen gerne verwirrt sind: sie posten tolle Inhalte, die höflich / verhalten aufgenommen werden. Dann posten sie ein Katzenbild – und zack, ihre Facebook-Kontakte reagieren fleißig, reichlich und freundlich (dazu erfährst Du mehr in diesem Artikel).

Postest Du hingegen ständig nur „Verkaufsangebote“, ist das laaaaaangweilig (denk an die Werbepausen im Fernsehen – magst Du die?). Du darfst natürlich auch über Dein Angebot sprechen, nur reine „jetzt kaufen“-Angebote sollten die Ausnahme darstellen. Erzähl mir doch lieber, was Du gerade tust. Ach, Du sitzt gerade im Cafe und schreibst an einem neuen Angebot? Interessant 😊
Du erkennst den Unterschied? Im ersten Fall ist ganz klar – Du bist Verkäuferin und bietest etwas an, ich soll es kaufen. Im zweiten Fall sitzt Du im Cafe und erzählst mir, was Du da tust. Das hat ein anderes „Gschmäckle“, wie wir hier in Schwaben sagen. Du transportierst damit auch Dein neues Angebot, aber eher so, wie Du es mir eben auch im Gespräch in jenem Cafe erzählen würdest. Auf Augenhöhe, so von Mensch zu Mensch.

Diese Augenhöhe schafft das Vertrauen, das so unglaublich wichtig ist. Menschen kaufen von Menschen – und am liebsten von Menschen, denen sie vertrauen. Dieses Vertrauen baust Du zwar auch über Dein Expertenwissen auf, noch wichtiger ist aber Deine Persönlichkeit. Je echter Du Dich zeigst, um so leichter werden Menschen auf Dich aufmerksam, die zu Dir passen. Dabei geht es eben nicht um „Perfektion“ – auch die ist eher laaaaaangweilig (es sei denn, Du bist ein Riesenkonzern – aber dann würdest Du das hier eh nicht lesen). Es geht „nur“ um Dich. Um das was Du bist, wie Du bist, wer Du bist. Mit den kleinen und größeren Unperfektheiten, die uns alle menschlich machen.
Und weil Social Media schließlich Menschen in Verbindung bringen und Menschen unperfekt sind – sind wir am echtesten, wenn wir unsere Un-Perfektion herzlich lachend umarmen und genau damit losziehen. Vielleicht hast Du Lust, Dir dieses kurze Video von Danielle Laporte anzusehen? Für mich ist immer noch einer der wichtigsten Sätze darin „Every masterpiece – it could have been better“. Es geht immer noch besser – es wird davon aber nicht unbedingt ehrlicher.

Frauke Schramm Social Media Mutmacherin Puzzle Teil 1

Das „Social“ in Social Media meint Dich und mich. Und unseren Austausch auf Augenhöhe.

Am Ende des Tages geht es auf Social Media um den Austausch zwischen Menschen. Um das miteinander ins Gespräch kommen. Um das „hey, was machst denn Du?“ und das „Wie geht’s Dir?“. Dabei mit Toleranz und Respekt an die Sache heranzugehen, hilft ungemein. Noch wichtiger ist allerdings der Humor und die Nachsicht mit sich selbst.

Oder anders ausgedrückt: fang einfach an. Schwimmen lernt man im Wasser – mit Social Media ist das ganz genauso. Und ich kann Dir versprechen: Du wirst eine Menge SEHR nette Menschen da draußen treffen.

Frauke Schramm Social Media Mutmacherin Social Media ist wie schwimmen

Wann lernen wir uns kennen ?

Wenn Du magst, pack in den Kommentaren den Link zu Deinem Social Media Auftritt (ich lasse bewußt offen, zu was genau – such Dir was aus!). Ich lerne gerne neue Leute kennen oder erfahre mehr über Menschen, mit denen ich schon verbunden bin. 

Und ansonsten gilt wie immer: wenn Du mir etwas mitteilen möchtest: ab in die Kommentare damit! Ich freu mich, von Dir zu hören … äh, zu lesen: 

Frauke Schramm